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07.08.2009 um 16:47 Uhr.
Geschrieben am 
07.08.2009 um 16:44 Uhr. 
Um die Zukunft des deutschen Basketballs scheint es noch schlechter zu stehen als es momentan um unseren Basketball steht (abgesehen von Dirkules natürlich).


Die U-16-Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) musste bei der EM in Litauen gegen Spanien eine auch einkalkulierte Niederlage einstecken.

Mit 40:79 (19:25, 11:18, 10:17, 0:19) unterlag das Team von Bundestrainer Frank Menz den favorisierten Iberern - im Schluss-Viertel gelang dem DBB-Nachwuchs nicht ein Korb.

Bester Schütze war Julius Wolf von der SG Urspringschule mit 10 Punkten.
Im abschließenden Vorrundenspiel droht dem Team gegen Kroatien, das Spanien in die Verlängerung zwang, eine weitere deutliche Klatsche.

Quelle: sport1.de


Wie peinlich ist DAS denn bitte?

Kein Korb im Schlussviertel und das Spiel 40:79 verloren. Spielen denn in Deutschland nur 0en Basketball? Wie kann es denn sein, dass man im 82 Mio. Einwohner fassenden Deutschland keine 10 Basketballspieler für die U-16 EM findet, die in der Lage sind sich nicht gegen die Spanier zu blamieren Ich sag ja gar nicht, dass wir gewinnen müssen, aber halb so viele Punkte wie die Spanier sind äußerst blamabel. Da gibts dann auch nichts mehr schön zu reden.

Wobei ich den Kern des Problems auch schon erkannt habe.
Es gibt in Deutschland einfach viel zu wenige Freiplätze auf denen man vernünftig spielen kann. Ich persönlich hab im näheren Umkreis keinen Basketball und/oder Fußballplatz wo man vernünftig spielen kann ohne gleich Mitglied des ortsansässigen Vereins zu sein.

Ich möchte da nur mal ein persönliches Beispiel bringen:
In meiner Umgebung hat man einen Hartplatz (nicht mal Kleinfeldgröße) zum Kicken in einen Rindenmulchplatz umgewandelt und hat Tore mit nahezu Großfeldgröße aufgestellt.
Dieser Platz ist absolute Steuergeldverschwendung, weil A) jeder Schuß ein Tor ist und B) niemand Bock hat auf diesem Platz zu spielen, weil es einfach keinen Spaß macht zu spielen wenn der Ball dauernd verspringt oder im Rindenmulch liegen bleibt...
Das einzige Mal, dass ich da vernünftig Kicken konnte war besoffen auf Schnee
Von Basketball will ich erst gar nicht reden. Das kann man hierzulande ja höchstens in Turnhallen spielen.
Der eigentliche Punkt den ich hier machen wollte: Ich war vor nicht allzu langer Zeit in Spanien und dort gibts im Vergleich zu Dland Freiplätze zu hauf. Wenn ich mir hier in der Umgebung die Freiplätze angucke dann muss ich sagen, dass die entweder von Ahnungslosen alibimässig gebaut werden um den Rest der Steuergelder, die man zur Verfügung hat zu verprassen oder man verhindern will, dass die Kinder darauf spielen.
Ist ja kein Wunder, dass die Spanier mehr gute Basketballspieler finden, wenn sie es dort überall spielen können, während der Durchschnittsdeutsche mit Basketball höchstens das Hineinlegen des Abendessens in den Einkaufskorb verbindet.

Naja, eine Grundsatzdiskussion über die Probleme des deutschen Basketballs möchte ich jetzt eigentlich nicht anfangen, denn dann sind wir lange beschäftigt, aber vielleicht hat ja jemand hier eine ähnliche oder konträre Meinung.


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Geschrieben am 
07.08.2009 um 20:02 Uhr
#1
Ich seh das prinzipiell ganz ähnlich, wie Du es bereits beschrieben hast. Grundsätzlich fehlen oftmals einfach, egal wo man hinguckt, die öffentlichen Plätze, wo man spielen kann. Meistens muss man sich erst einem Verein anschliessen, um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, einen Sport unter ordentlichen Bedingungen auszuüben. Viele Jugendliche möchten aber vielleicht nicht unbedingt direkt einem Verein beitreten, bevor sie nicht mal auf öffentlichen Plätzen "Blut geleckt" haben.

---

Dann sehe ich allerdings bei mir in der Stadt (Hannover) einen sehr zentral gelegenen Basketball-Court in einem Wohn-Viertel, auf dem nie jemand spielt, wenn ich mal dran vorbeikomme. Sowas wundert mich dann. In meiner Jugend (lange her) hätte ich jede freie Minute dort verbracht. Aber auf dem Lande, wo ich großgeworden bin, gab es sowas nicht. Ich hab mir damals (späte 80er, Anfang 90er) ein Holz-Brett mit Ring auf 3,05m (wenn schon, denn schon) an die Garage meiner Eltern geschraubt und dort mit meinen Kumpels gezockt.

Aber das war ne andere Zeit. Da gab es noch kein Internet und man musste sich "zwangsweise" zwischenmenschlich oder sportlich beschäftigen. Wenn ich heute meinen kleinen Bruder (19) sehe, der noch in besagtem Elternhaus wohnt, sieht das ganz anders aus. Der Ring hängt immer noch an der Garage, aber er spielt nur, wenn ich mal zu Besuch bin und mit ihm zocke. Mit seinen Kumpels spielt er nicht Basketball, sondern zockt online mit ihnen oder unterhält sich über ICQ, obwohl sie 3 Straßen auseinander wohnen.

Es ist einfach ne andere Welt als noch vor 20 Jahren. Deutschland ist anderen Ländern von der Technologie her einiges voraus. Das hat aber leider auch den negativen Seiten-Effekt, dass die Jugend oftmals eher vorm PC hockt, anstatt sich draussen zu betätigen.
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16.06.2005
, geändert am 
07.08.2009 um 22:52 Uhr
Geschrieben am 
07.08.2009 um 22:51 Uhr
#2
Da hast du natürlich auch recht. An den Kindern/Jugendlichen selber liegt es oftmals auch.
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Geschrieben am 
11.08.2009 um 13:32 Uhr
#3
In Deutschland fehlt einfach die Basketball-Tradition, was sich dann unmittelbar in der Jugendarbeit niederschlägt.

Während in Serbien, Litauen oder Griechenland Jugendliche im Normalfall schon mit 11-12 Jahren mit Basketball beginnen, ist dies in Deutschland oftmals erst der Fall, wenn einer mit 15 Jahren 1,90 m groß ist und man ihn aufgrund der Körpergröße ins Basketball schickt. Dann ist es meistens schon zu spät, die spielerischen Grundlagen richtig zu erlernen. Das beste Beispiel für die Thesen ist die Beweglichkeit der deutschen Centerspieler a la Femmerling oder Maras.

Des Weiteren fehlen insbesondere in kleinen Vereinen die Strukturen in der Vereins- und Jugendarbeit. Während jeder Kreisliga B-Fußballverein mit 10 Trainern, Masseuren und Platzwarten ausgestattet ist, muss man sich beim Basketball schon darüber freuen, wenn der Hausmeister da ist, um die Halle für ein Auswärtsspiel aufzuschließen, zu dem man 150 Kilometer weit sonntags abends angereist ist.

Meiner Meinung nach hat der DBB es versäumt, Kapital aus dem EM-Gewinn 1993 und der Generation um Dirk Nowitzki zu schlagen. Solche Chancen kommen so schnell nicht wieder. Ohne Nowitzki, befürchte ich, wird Deutschland in naher Zukunft den bitteren Gang in die zweite europäische Liga (auf Ebene Nationalmannschaft) antreten müssen, wo es dann gegen Zypern und Weißrußland geht.
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Geschrieben am 
15.09.2011 um 16:25 Uhr
#4
So ähnlich sehe ich das auch. Wenn man dann aber mal ein paar Talente hat dann haben diese es aber auch oft viel zu schwer Spielzeit zu bekommen in der Bundesliga. Viele dümpeln dann in den unteren Ligen rum, weil für die Bundesliga Teams ein mittelmäßiger fertiger Spieler billiger ist als auf einen jungen Spieler zu setzen.

Momentan kann man eigentlich nur darauf hoffen, dass der FC Bayern in Europa irgendwann in den nächsten Jahren mal einen Titel holt (wenn der Weg mit Hoeneß so weitergegangen wird) und das einen (leichten) Basketball-Boom auslöst.

Ansonsten habe ich eigentlich wenig Hoffnung, dass sich etwas verbessert.
Ich muss aber auch persönlich sagen, dass die BBL bei mir so unten durch ist das ich schon gar keinen Bock mehr habe zu den Spielen zu gehen bzw. dafür Geld auszugeben.
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